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Einwände unterscheiden: Objektiv, subjektiv oder taktisch?
Ein Einwand ist kein Einwand. Wer das nicht weiß, verliert Deals.
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Vorstellung und Steckbrief von Sascha Kronberg.
Hier geben wir Tipps und Anregungen, um sich im Vertriebsalltag zu verbessern.
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Sascha Kronberg
:
Jun 2, 2026 4:51:50 PM
Du hast dich fast verabschiedet. Der Kunde entspannt sich. Er glaubt, er ist raus. Und genau in diesem Moment dreht sich Columbo um — und stellt die eine Frage, die alles verändert.
FAQ::
Sascha macht es klar: Vorwände sind keine Einwände. Sie beruhen auf keiner Grundlage und sind vorgeschoben. "Danke, wir haben keinen Bedarf, was immer Sie uns anbieten wollen" oder "Ich habe gar keine Zeit für so was" — das sind typische Beispiele. Sie kommen zu Beginn eines Gesprächs, kaum dass du dich vorgestellt hast. Sie sind absolut — dein Gegenüber gibt dir keinen Raum für Kompromisse.
Ein echter Einwand ist anders. "Ich muss jetzt leider in ein Strategie-Meeting" nennt einen konkreten Grund und öffnet eine Tür. "Danke für Ihren Anruf, ich habe gar keine Zeit für so was" schließt sie — ohne Begründung. Diese Unterscheidung ist fundamental: Auf Vorwände und echte Einwände reagiert man völlig unterschiedlich. Wer das nicht erkennt, kämpft gegen Schatten.
Je mehr du drückst, desto mehr drückt der Kunde zurück. Das ist keine Schwäche des Kunden — das ist menschliche Natur. Wenn du auf "kein Bedarf" mit "Sie wissen doch noch gar nicht, was ich Ihnen anbieten möchte!" antwortest, zwingt du den Kunden, seinen Vorwand zu verteidigen. Und je mehr er ihn verteidigt, desto wahrer wird er für ihn. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde auflegt, ist sehr hoch.
Wenn du nicht gegenhalten darfst und eigentlich schon verloren hast, bleiben nur noch zwei Möglichkeiten: die Columbo-Methode oder die Flucht nach vorne. Beide haben ihre Zeit und ihren Platz. Columbo ist subtiler, respektvoller — und deckt den wahren Grund auf.
Peter Falk spielte Columbo als schusselig-naiv wirkenden Inspektor mit zerknittertem Trenchcoat. Er gibt dem Täter das Gefühl, auf seine Hilfe angewiesen zu sein. Er glaubt und bestätigt die Ausreden. Der Verdächtige entspannt sich. Er denkt: Ich bin frei. Und im letzten Moment — wenn er sich in Sicherheit wiegt — kommt die eine Frage, die alles aufdeckt.
Übertragen auf Verkauf: Du bestätigst den Vorwand. Du machst den Anschein, das Gespräch zu beenden. Der Kunde senkt seinen Schutzschild. Er entspannt sich, weil er glaubt, gewonnen zu haben. Und genau dann kommt deine Frage — die Alternativfrage, die die Antwortmöglichkeiten eingrenzt und den wahren Grund ans Licht bringt.
Es gibt viele Techniken zur Einwandbehandlung — Feel Felt Found, Reframing, direkte Sachbehandlung. Die Columbo-Methode ist einzigartig, weil sie nicht beim Einwand ansetzt, sondern beim Schutzschild. Sie nimmt zuerst die Verteidigungshaltung raus — und behandelt dann den wahren Grund. Das ist der entscheidende Unterschied: Andere Techniken gehen davon aus, dass du den Einwand kennst. Columbo setzt früher an. Sie deckt ihn erst auf. Dann kann jede andere Technik angewendet werden.
FAQ::
Sobald der Vorwand kommt, bestätige ihn. Nicht erzwungen — ehrlich wirkend. "Ich dachte mir fast schon, dass Sie gut versorgt sind, ansonsten hätten Sie sich sicherlich bei uns gemeldet. Dann will ich auch nicht lange stören." Diese Bestätigung ist keine Niederlage — sie ist Taktik. Der Kunde entspannt sich, weil er glaubt, gewonnen zu haben. Sein Schutzschild geht runter.
Die Energie des Gesprächs ändert sich in diesem Moment fundamental. Vorher: Konfrontation. Danach: Entspannung. Und in dieser Entspannung liegt deine Chance. Du fängst die Energie des Gegenübers auf, statt sie abzublocken.
Verkäufer: "Wir helfen privat geführten Hotels in Süddeutschland bei der Sicherstellung von Nachwuchskräften."
Kunde: "Wir haben keinen Bedarf."
Verkäufer: "Ich dachte mir fast schon, dass Sie gut versorgt sind, ansonsten hätten Sie sich sicherlich bei uns gemeldet. Dann will ich auch nicht lange stören." — Pause. — Das fühlt sich für den Kunden wie ein Sieg an. Sein Schutzschild sinkt. Jetzt kommt Columbo.
Nach der Bestätigung kommt die kurze Pause — und dann die Frage. "Damit Sie nicht von einem meiner Kollegen angerufen werden — darf ich fragen, ob Sie das Problem der Besetzung offener Stellen schon gelöst haben, es momentan keine Prio hat oder ich einfach nur ungelegen komme?"
Diese Alternativfrage ist der Schlüssel. Sie grenzt die Antwortmöglichkeiten ein — und deckt den wahren Grund auf. Der Köder ist die Aussicht, nicht mehr gestört zu werden. Das ist der entscheidende Trick: Der Kunde antwortet, weil er hofft, damit endgültig Ruhe zu haben. Und in der Antwort steckt der wahre Vorwand.
Drei mögliche Antworten — drei verschiedene Weiterleitungen: "Das Problem ist gelöst, wir arbeiten mit XYZ" → Nenne deinen stärksten USP, ohne Druck. "Das hat keine Priorität gerade" → Gratuliere, und biete an, es im Fall der Fälle vorzubereiten. "Sie kommen ungelegen" → Selbstironie, Witz, neuer Termin.
Jetzt weißt du, warum der Kunde wirklich ablehnt. Jetzt kannst du gezielt und druckfrei reagieren. Arbeitet er mit dem Wettbewerber? "Auch wenn ich weiß, dass Sie vorerst nicht wechseln werden — hätten Sie dennoch Interesse, es sich mal anzusehen, damit Sie wissen, welche Möglichkeiten es gibt?" Du verkaufst nicht den Kauf — du verkaufst den nächsten Schritt.
Das ist das entscheidende Prinzip: Im Vordergrund steht nicht der Verkauf deiner Lösung, sondern die Vereinbarung eines Termins. Alles danach ist ein späterer Schritt. Wer zu früh zu viel will, verliert den Kunden, den er gerade zurückgewonnen hat.
Kunde: "Wir haben eigentlich gerade kein Budget dafür."
Verkäufer: "Das verstehe ich gut. Sagen Sie — auch wenn das gerade nicht Ihr Fokus ist: Hätten Sie dennoch Interesse, in zwanzig Minuten zu sehen, was andere in Ihrer Lage damit gemacht haben? Dann wären Sie für die nächste Budget-Runde informiert." Kein Druck. Kein Pitch. Nur ein kleiner nächster Schritt.
FAQ::
Die Pause zwischen Bestätigung und Columbo-Frage ist entscheidend. Wer direkt weiterspricht, zerstört die Wirkung. Der Kunde muss sich sicher fühlen — dann kommt die Frage. Die Pause ist kein Schweigen — sie ist Raum für die Entspannung des Kunden.
"Warum haben Sie keinen Bedarf?" ist zu konfrontierend. Alternativfragen — "Hat sich das gelöst, hat es keine Priorität, oder komme ich ungelegen?" — begrenzen die Antwortmöglichkeiten und machen es dem Kunden leichter zu antworten.
Der Kunde hat dir den wahren Grund genannt. Jetzt nicht sofort pitchen — erst kurz anerkennen, dann gezielt und druckfrei weiterführen. Wer jetzt drückt, verliert das gerade gewonnene Vertrauen in Sekunden.
FAQ::
Die Columbo-Methode ist kein Trick — sie ist respektvoller Umgang mit einem Vorwand. Du nimmst Druck raus, gibst dem Kunden das Gefühl zu gewinnen, und findest trotzdem heraus, was wirklich los ist. Dein nächster Schritt: Schreibe deine eigene Columbo-Formulierung für die drei häufigsten Vorwände in deiner Branche. Teste sie in den nächsten fünf Cold Calls — und miss die Ergebnisse.
Vorwände ignorieren und nach vorne marschieren
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Ein Einwand ist kein Einwand. Wer das nicht weiß, verliert Deals.
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Du behandelst Einwände, die gar nicht existieren. Täglich.
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Kein Argument schlägt Empathie. Keines.