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Vertriebsschulung Kosten: Was eine gute Schulung wirklich kostet

Vertriebsschulung Kosten: Was eine gute Schulung wirklich kostet

Was du für dein Geld bekommst — und was nicht

 

Ich sitze mit einem Vertriebsleiter beim Kaffee. Er hat gerade erfahren, dass ein externer Trainer für zwei Tage 6.000 Euro berechnet. Seine erste Reaktion: „Das ist doch Wucher."

 

Meine Gegenfrage: „Was kostet dich ein Verkäufer, der drei Monate lang 20 % unter seiner Quote bleibt?"

 

Stille.

 

Genau da liegt das Problem. Wir sehen die Kosten einer Vertriebsschulung sofort und konkret. Den Nutzen müssen wir erst berechnen. Und das tun die wenigsten.

 

Dieser Artikel gibt dir einen ehrlichen Überblick, was eine professionelle B2B-Vertriebsschulung tatsächlich kostet — und wann sie sich rechnet.

 

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Die drei Hauptformate und ihre Preise

 

Externer Trainer: Flexibilität mit Preisrange

 

Der Klassiker im B2B-Vertriebstraining ist der externe Spezialist. Er kommt, trainiert, geht — und lässt hoffentlich nachhaltige Veränderungen zurück.

 

Laut der Honorarempfehlung 2024 des BDVT liegt der Tagessatz für professionelles Training mit speziell entwickelten Inhalten bei ab 1.500 EUR für Starter, ab 2.000 EUR für Professionals und ab 3.300 EUR für Senior-Professionals.

 

In der Praxis bewegen sich die meisten seriösen Vertriebstrainer im Bereich 1.500 bis 3.500 EUR pro Tag. Spitzensätze von 5.000 EUR und mehr sind möglich, wenn es sich um bekannte Experten mit nachgewiesener Methodik handelt.

 

Was ist darin enthalten? Bei seriösen Anbietern:

  • Vorgespräch zur Bedarfsermittlung
  • Konzeption und Vorbereitung
  • Durchführung des Trainings
  • Teilnehmerunterlagen
  • Teilweise: Nachbetreuung per Telefon

 

Was ist nicht enthalten:

  • Reisekosten (Bahn, Flug, Hotel)
  • Raummiete und Verpflegung
  • Ihre eigene Vorbereitungszeit
  • Arbeitsausfall des Teams

 

Ein realistisches Zwei-Tages-Training für 8 Verkäufer kostet dich damit schnell 5.000 bis 9.000 EUR — bevor du einen einzigen versteckten Kostenfaktor einrechnest.

 

Online-Programme: Günstiger, aber mit Einschränkungen

 

Online-Vertriebstrainings haben sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Plattformen wie LinkedIn Learning, spezifische Sales-Academies und Custom-eLearning-Lösungen bieten heute vieles.

 

Die Preisspanne ist breit:

 

Format Kosten pro Person
On-Demand-Kurse (generisch) 50–300 EUR
Strukturierte Online-Programme 500–1.500 EUR
Live Online-Training (Gruppen) 400–800 EUR pro 90 Min. Session
Custom eLearning (maßgeschneidert) 2.000–5.000 EUR Entwicklung + Lizenz

 

Laut BDVT-Empfehlung gilt die Faustregel: 3 Sessions à 90 Minuten entsprechen einem Tagessatz — was Online-Training günstiger macht, aber auch weniger Praxistiefe bedeutet.

 

Der echte Vorteil: Skalierbarkeit. Statt 8 Verkäufer an einem Tag zu schulen, kannst du 80 im gleichen Programm flexibel weiterbilden — zu deutlich geringeren Gesamtkosten.

 

Inhouse-Konzept: Die langfristige Investition

 

Wenn du ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm für dein Unternehmen entwickeln lässt, sprichst du von einer anderen Kategorie.

 

Ein individuelles Inhouse-Training-Konzept liegt laut Marktdaten bei 10.000 bis 30.000 EUR — und mehr, wenn es sich über mehrere Monate erstreckt. Dafür bekommst du:

 

  • Branchenspezifische Inhalte
  • Eigene Fallbeispiele und Rollenspiele
  • Trainings-Materialien, die du dauerhaft nutzen kannst
  • Trainer-Coaching für interne Multiplikatoren
  • Messkonzept und Follow-up-Struktur

 

Das klingt teuer. Ist es auch — einmalig. Verteilt auf 3–5 Jahre und auf das gesamte Team, ist der Investitionsaufwand pro Verkäufer oft niedriger als wiederholte externe Einzeltrainings.

 

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Die versteckten Kosten: Was die meisten vergessen

 

Ausfallzeit des Teams

 

Das unterschätzteste Kostenelement. Deine Verkäufer sitzen im Training, statt Deals zu machen.

 

Rechenbeispiel:

  • 8 Verkäufer × 2 Trainingstage × 300 EUR Opportunitätswert pro Arbeitstag = 4.800 EUR Ausfall

 

Das ist konservativ geschätzt. Bei erfahrenen B2B-Verkäufern mit hohen Pipeline-Werten kann dieser Faktor deutlich höher liegen. Laut Pitchbase solltest du immer „verlorene Verkaufsstunden während des Trainings × durchschnittlicher Stundenumsatz pro Verkäufer" in deine Gesamtkostenkalkulation einrechnen.

 

Reisekosten

 

Anreise des Trainers, Hotel, Verpflegung — das sind echte Zusatzposten. Laut Lencom-Preisübersicht können Seminarpauschalen ohne Hotelübernachtung zusätzlich 80–120 EUR pro Person und Tag bedeuten. Bei einer Gruppe von 10 Personen und zwei Tagen sind das schnell 2.000 EUR on top.

 

Lizenzgebühren für Tools

 

Sales-Enablement-Tools, Rollenspiel-Simulatoren, LMS-Plattformen — viele Trainingsprogramme setzen digitale Tools voraus. Die Lizenzgebühren laufen unter dem Radar, summieren sich aber. Rechne 200–700 EUR pro Verkäufer und Jahr für digitale Lernplattformen ein.

 

Vorbereitungszeit intern

 

Jemand muss den Trainer briefen, Teilnehmer koordinieren, Räume buchen, Materialien vorbereiten. Das sind leicht 2–3 Arbeitstage interner Aufwand, die nirgendwo auf der Rechnung erscheinen.

 

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Die Break-even-Rechnung: Wann rechnet es sich?

 

Hier wird es interessant. Die entscheidende Frage lautet nicht „Was kostet das Training?", sondern „Wann hat es sich amortisiert?"

 

Beispiel-Kalkulation

 

Ausgangssituation:

  • 5 Verkäufer im B2B-Vertrieb
  • Durchschnittliche Deal-Größe: 15.000 EUR
  • Aktuelle Win-Rate: 20 %
  • Monatliche Opportunities pro Verkäufer: 10

 

Training-Investition:

  • Trainer-Honorar 2 Tage: 5.000 EUR
  • Opportunitätskosten Team: 3.000 EUR
  • Organisation und Nebenkosten: 1.000 EUR
  • Gesamt: 9.000 EUR

 

Break-even-Szenario:

Wenn jeder der 5 Verkäufer durch das Training nur 1 zusätzlichen Deal pro Quartal schließt:

  • 5 Deals × 15.000 EUR = 75.000 EUR zusätzlicher Umsatz
  • Bei 30 % Marge: 22.500 EUR Deckungsbeitrag

 

Das Training hat sich im ersten Quartal mit dem Faktor 2,5 amortisiert.

 

Selbst wenn du pessimistisch bist und nur 0,5 zusätzliche Deals pro Verkäufer und Quartal annimmst: Das Training rechnet sich innerhalb von sechs Monaten.

 

Laut Pitchbase liegen die typischen ROI-Werte für In-Person-Training bei 150–300 % innerhalb von 3–6 Monaten. Accentures breit zitierte Analyse kommt auf 353 % — also rund 4,53 EUR zurück pro investiertem Euro.

 

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Make or Buy: Wann externes Training, wann eigenes Programm?

 

Externes Training ist richtig, wenn...

 

  • Du eine neue Methodik einführen willst (z. B. Value Selling, SPIN, Challenger)
  • Dein Team frischen Input und externe Perspektive braucht
  • Du kurzfristig eine Kompetenz entwickeln musst
  • Du kein internes Know-how für die Konzeption hast
  • Die Gruppe kleiner als 10 Personen ist und einmalige Events reichen

 

Eigenes Inhouse-Konzept lohnt sich, wenn...

 

  • Du mehr als 15 Verkäufer hast
  • Du regelmäßig neue Verkäufer onboardest (hohes Ramp-up-Volumen)
  • Deine Branche und Produkte sehr spezifisch sind
  • Du eine kontinuierliche Lernkultur aufbauen willst
  • Du langfristig günstiger werden willst (nach 2–3 Jahren Amortisation)

 

Die hybride Lösung

 

In der Praxis funktioniert folgendes Modell am besten: Externe Experten entwickeln die Methodik und schulen interne Trainer oder Vertriebsleiter. Die Vertriebsleiter setzen das Programm dann intern um — und der externe Trainer kommt 1–2 Mal im Jahr für Refreshes und neue Impulse.

 

Das senkt die laufenden Kosten drastisch und schafft trotzdem nachhaltige Entwicklung.

 

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Praxisbeispiel: Was ein Mittelständler wirklich ausgibt

 

Praxisbeispiel

 

Ein Maschinenbau-Unternehmen mit 12 Außendienstverkäufern wollte die Win-Rate im komplexen B2B-Vertrieb steigern. Ihr Budget für ein Jahr:

 

  • Externer Trainer (3 Tage Grundlagentraining): 12.000 EUR
  • Interne Vorbereitung und Organisation: 2.000 EUR
  • Reisekosten und Verpflegung: 2.500 EUR
  • Ausfall-Opportunitätskosten (3 Tage × 12 Verkäufer): 7.200 EUR
  • Online-Lernplattform für Reinforcement: 3.600 EUR/Jahr
  • Gesamt: ca. 27.300 EUR

 

Nach sechs Monaten hatten sie die Win-Rate von 18 % auf 23 % gesteigert. Bei einem durchschnittlichen Deal-Wert von 45.000 EUR und 200 Opportunities im Jahr waren das rechnerisch 45 neue gewonnene Deals statt vorher 36.

 

Die Mehreinnahmen: 405.000 EUR zusätzlicher Umsatz. Der ROI war eindeutig positiv — trotz der auf den ersten Blick hohen Investition.

 

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Häufige Fehler bei der Kostenplanung

 

Fehler

 

  1. Nur den Trainer-Tagessatz betrachten — ohne Opportunitätskosten, Reise, Organisation und Tools
  2. Einmaliges Event planen — ohne Budget für Reinforcement und Follow-up
  3. Günstiges Training ohne Wirkungsmessung — man weiß nie, ob es etwas gebracht hat
  4. Zu viele Teilnehmer auf einmal — Gruppengrößen über 12 reduzieren die Lernwirksamkeit deutlich
  5. Kein internes Commitment — ohne aktive Unterstützung der Vertriebsleitung verpufft die Investition

 

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Was du vor der Buchung klären solltest

 

Bevor du einen Vertriebstrainer buchst, stelle diese Fragen:

 

  1. Was genau ist in deinem Tagessatz enthalten? (Vorbereitung, Nachbearbeitung, Reisekosten?)
  2. Welche Methodik verwendest du, und was ist die Evidenz dafür?
  3. Wie misst du den Trainingserfolg?
  4. Was passiert nach dem Training? Gibt es Reinforcement-Maßnahmen?
  5. Hast du Referenzen aus vergleichbarer Branche und Unternehmensstruktur?

 

Ein guter Trainer beantwortet diese Fragen klar und proaktiv. Wer ausweicht, ist vorsichtig zu behandeln.

 

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FAQ

 

  • F: Was kostet ein externer Vertriebstrainer pro Tag in Deutschland?
  • A: Laut BDVT-Honorarempfehlung 2024 liegen professionelle Vertriebstrainer bei 1.500 bis 3.300 EUR pro Tag — je nach Erfahrung, Spezialisierung und Individualisierungsgrad der Inhalte. Dazu kommen Reisekosten und Mehrwertsteuer.

 

  • F: Ist Online-Training günstiger als Präsenztraining?
  • A: In der Regel ja — besonders bei skalierbaren Programmen mit vielen Teilnehmern. Strukturierte Online-Programme kosten 500–1.500 EUR pro Person. Dafür fehlt oft der Praxistransfer, den nur Live-Coaching und direkte Übung bietet.

 

  • F: Ab wann lohnt sich ein eigenes Inhouse-Trainingsprogramm?
  • A: Wenn du mehr als 15 Verkäufer hast oder regelmäßig neue Mitarbeiter onboardest, ist ein eigenes Programm langfristig günstiger und wirksamer. Die Entwicklungskosten von 10.000–30.000 EUR amortisieren sich typischerweise innerhalb von 2–3 Jahren.

 

  • F: Wie berechne ich den ROI meiner Vertriebsschulung?
  • A: Nimm die Gesamtkosten (Trainer + Ausfall + Reise + Tools) und stelle sie dem Mehrumsatz gegenüber, den das Training durch höhere Win-Rate oder mehr Deals generiert hat. Ein realistischer Ziel-ROI für professionelles Vertriebstraining liegt bei 150–300 % innerhalb von 12 Monaten.

 

  • F: Was sind versteckte Kosten bei Vertriebsschulungen?
  • A: Die größten versteckten Kosten sind Opportunitätskosten (Ausfall der Verkäufer während des Trainings), interne Organisationszeit, Reisekosten des Trainers sowie laufende Lizenzgebühren für digitale Lerntools.

 

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Weiterführende Artikel

 

 

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Dein nächster Schritt: Mach die Rechnung konkret. Nimm deinen letzten Trainingsaufwand, addiere alle versteckten Kosten — und stell dem die Umsatzveränderung der letzten sechs Monate gegenüber. Du wirst überrascht sein, was dabei rauskommt. Dann erst entscheide, ob du mehr oder weniger investieren solltest.

 

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Quellen

 

  • BDVT Honorarempfehlung 2024
  • Pitchbase: Sales Training ROI Benchmarks
  • managerSeminare: Honorarstudie
  • Vertriebsskipper: Kosten Vertriebstraining
  • Prospeo: Sales Training ROI

 

 

 

 

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