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Vertriebsleistung steigern: Die KPIs, die wirklich zählen

Vertriebsleistung steigern: Die KPIs, die wirklich zählen

Du misst zu spät — und weißt es nicht

 

Storytime: Ich erinnere mich an einen Vertriebsleiter in Frankfurt, der mir Ende Q3 sagte: "Sascha, wir werden das Jahresziel nicht erreichen." Auf meine Frage, wann er das gemerkt habe, antwortete er: "Vor zwei Wochen."

 

Q3. Zwei Wochen vor Quartalsende. Sein einziges Steuerungsinstrument war der monatliche Umsatzbericht.

 

Das ist das Problem mit Umsatz als KPI: Er zeigt dir, was war — nicht, was kommt. Wenn du den Umsatz siehst, ist es für Korrekturen oft zu spät.

 

Das ist der Unterschied zwischen Lagging Indicators und Leading Indicators — und er entscheidet, ob du deinen Vertrieb steuern oder nur verwalten kannst.

 

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Leading vs. Lagging Indicators: Der Kern der Vertriebssteuerung

 

Was sind Lagging Indicators?

 

Lagging Indicators zeigen Ergebnisse, die bereits eingetreten sind. Sie sind wichtig für die Erfolgsmessung — aber nutzlos für die aktive Steuerung.

 

Typische Lagging Indicators im Vertrieb:

  • Monatsumsatz
  • Quartalsabschlüsse
  • Gewonnene Deals
  • Customer Lifetime Value

 

Sie sagen dir: "Das ist passiert." Sie sagen dir nicht: "Das wird passieren."

 

Was sind Leading Indicators?

 

Leading Indicators zeigen Aktivitäten und Frühindikatoren, die zukünftige Ergebnisse beeinflussen. Sie sind dein Steuerrad.

 

Wenn du weißt, dass ein Verkäufer diese Woche nur drei Cold Calls gemacht hat statt dreißig, kannst du heute eingreifen — nicht erst, wenn der Umsatz einbricht.

 

FAQ
  • F: Welche KPIs sollte ich als Vertriebsleiter täglich im Blick haben?
  • A: Mindestens: Anzahl Aktivitäten, Connect Rate und aktuelle Pipeline Coverage. Diese drei zeigen dir sofort, ob der Prozess läuft.

 

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Die 7 wichtigsten Leading KPIs im B2B-Vertrieb

 

1. Anzahl Aktivitäten

 

Die Basis jedes Vertriebsprozesses. Wer nicht genug Gespräche führt, kann nicht genug Deals gewinnen. Messe: Cold Calls, E-Mails, LinkedIn-Kontaktaufnahmen, Folge-Calls.

 

Benchmark DACH B2B: 40–60 Aktivitäten pro Tag für einen SDR/BDR.

 

2. Connect Rate

 

Wie viele deiner ausgehenden Calls tatsächlich zu einem echten Gespräch führen. Nicht jede Aktivität ist ein Gespräch.

 

Benchmark DACH B2B: 6–8% Connect Rate beim Cold Calling. Bedeutet: Von 100 Versuchen führen 6–8 zu einem echten Gespräch.

 

3. Meeting Rate

 

Wie viele Gespräche zu einem qualifizierten Meeting führen. Das ist die erste echte Konversionsrate im Prozess.

 

Benchmark DACH B2B Cold Call: 2–5% Meeting Rate aus dem Cold Call. Bedeutet: Von 100 Gesprächen entstehen 2–5 Meetings.

 

FAQ
  • F: Ist eine Connect Rate von 4% im DACH-Markt normal?
  • A: Sie liegt am unteren Ende — aber sie ist nicht ungewöhnlich, besonders in Branchen mit hohem Voicemail-Anteil. Wichtiger als der Benchmark ist der Trend: Verbessert sich die Rate, wenn du Skript oder Calling-Zeit änderst?

 

4. Pipeline Coverage

 

Das Verhältnis zwischen dem Wert deiner aktuellen Pipeline und deinem Zielumsatz. Faustregel: Du brauchst das 3- bis 4-fache deines Zielumsatzes in der Pipeline.

 

Formel: Pipeline Coverage = Gesamter Pipeline-Wert / Zielumsatz

 

Wenn dein Quartalsziel 500.000 EUR ist, solltest du mindestens 1,5–2 Mio. EUR in der aktiven Pipeline haben.

 

5. Average Sales Cycle

 

Wie lange dauert es im Durchschnitt vom ersten Kontakt bis zum Abschluss? Diese Zahl hilft dir, Pipeline-Werte korrekt zu bewerten und Prognosen zu verbessern.

 

Benchmark DACH B2B (Mid-Market): 60–120 Tage.

 

6. Win Rate

 

Wie viele der qualifizierten Opportunities werden tatsächlich gewonnen?

 

Benchmark DACH B2B: 20–35% Win Rate aus qualifizierten Opportunities.

 

Wenn deine Win Rate deutlich darunter liegt, ist das ein Coaching-Signal — nicht ein Trainings-Signal. Es geht um Gesprächsführung, nicht um Wissensaufbau.

 

7. Average Deal Size

 

Der durchschnittliche Wert eines gewonnenen Deals. Wenn diese Zahl sinkt, verkauft dein Team zu viel nach unten — zu kleine Accounts, zu viele Discounts.

 

FAQ
  • F: Welcher KPI ist am wichtigsten?
  • A: Pipeline Coverage ist der wichtigste Frühindikator für das Quartalsergebnis. Wenn die Pipeline zu dünn ist, hilft auch die beste Closing-Technik nichts mehr.

 

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Häufigster Fehler: Nur Umsatz messen

 

Ich habe mit Dutzenden Vertriebsteams gearbeitet. Der häufigste Fehler ist immer derselbe: Umsatz messen und dann reagieren, wenn er nicht stimmt.

 

Das ist wie Autofahren mit dem Blick in den Rückspiegel.

 

Wenn dein Quartalsumsatz im Januar Probleme zeigt, lagen die Ursachen im Oktober. Zu wenig Aktivitäten, zu wenig Meetings, zu wenig Pipeline — aber das hat niemand gemessen.

 

Die Lösung: Führe Weekly KPI-Reviews ein. Nicht monatlich. Wöchentlich. Nicht mit dem gesamten Team. Mit jedem Verkäufer einzeln.

 

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Benchmarks DACH B2B: Was realistisch ist

 

 

KPI Benchmark DACH B2B
Connect Rate Cold Call 6-8%
Meeting Rate aus Cold Call 2-5%
Pipeline Coverage 3-4x des Zielumsatzes
Win Rate (qualifiziert) 20-35%
Average Sales Cycle (Mid Market) 60-120 Tage
Ramp-up Zeit neuer Verkäufer  6-9 Monate

 

Diese Benchmarks stammen aus einer Kombination von Praxiserfahrung und Studien wie dem CSO Insights Sales Performance Report. Sie sind Orientierungswerte — dein Markt, dein Produkt und dein ICP können abweichen.

 

FAQ
  • F: Woher bekomme ich zuverlässige KPI-Benchmarks für meine Branche?
  • A: CSO Insights (jetzt Salesforce Research) und der HubSpot Sales Report liefern jährlich aktualisierte Benchmarks. Für DACH-spezifische Zahlen sind die Reports des Bundesverbands Vertrieb & Verkauf (BDVT) empfehlenswert.

 

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Dashboard-Aufbau: Die 3 Zahlen für den täglichen Check

 

Du brauchst kein 20-KPI-Dashboard. Du brauchst drei Zahlen, die du täglich im Blick hast:

 

1. Aktivitäten gestern — Hat jeder Verkäufer seine Mindest-Aktivitätszahl erreicht?

 

2. Meetings diese Woche — Sind genug Meetings in der Pipeline für die nächsten zwei Wochen?

 

3. Pipeline Coverage aktuell — Reicht die Pipeline, um das Quartalsziel zu erreichen?

 

Wenn alle drei stimmen, läuft dein Vertrieb. Wenn eine davon auffällig ist, weißt du sofort, wo du eingreifen musst.

 

Praxisbeispiel: Das 3-Zahlen-Dashboard

 

Ich habe mit einem Vertriebsteam von acht Personen in München gearbeitet. Vorher hatte ihr Vertriebsleiter ein Excel-Sheet mit 14 KPIs, das er monatlich aktualisiert hat. Wir haben es auf drei Zahlen reduziert und ein wöchentliches 15-Minuten-Review eingeführt.

 

In den ersten vier Wochen stellte sich heraus: Zwei Verkäufer hatten eine deutlich zu dünne Pipeline — aber niemand hatte es bisher gesehen, weil alle nur auf den Monatsumsatz schauten. Mit gezieltem Coaching und einer Aktivitätsoffensive haben sie ihr Quartalsziel trotzdem erreicht.

 

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Fehler-Labels: Was du vermeiden solltest

 

Fehler 1: Nur Umsatz als KPI verwenden

Zu spät, zu grob, nicht steuerbar.

 

Fehler 2: Zu viele KPIs gleichzeitig tracken

14 KPIs bedeuten null Fokus. Fang mit drei an.

 

Fehler 3: KPIs messen, aber nicht besprechen

Eine Zahl, die niemand kennt und niemand bespricht, ändert nichts.

 

Fehler 4: Benchmarks ohne Kontext verwenden

Ein Benchmark ist ein Startpunkt, kein Urteil. Verstehe erst deinen Prozess, bevor du ihn an externen Zahlen misst.

 

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Weiterführende Artikel

 

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Quellen

 

  • CSO Insights / Salesforce Research — State of Sales Report
  • HubSpot — Sales Statistics & Benchmarks