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Vertriebstraining planen: Der 90-Tage-Fahrplan für Führungskräfte

Vertriebstraining planen: Der 90-Tage-Fahrplan für Führungskräfte

Ich kenne kaum eine Führungskraft, die nicht weiß, dass ihr Team besser werden muss. Das Problem ist selten der Wille — es ist die Frage: Wo fange ich an?

 

Die meisten Sales Manager, die mich kontaktieren, sind in einer von zwei Situationen: Entweder haben sie schon ein Training gemacht, das nichts gebracht hat. Oder sie haben noch nie ein strukturiertes Programm aufgebaut und wissen nicht, wie sie anfangen sollen.

 

Dieser Artikel gibt dir einen konkreten 90-Tage-Fahrplan, den du heute in die Hand nehmen und umsetzen kannst. Kein Theorie-Bingo. Kein Management-Berater-Sprech. Ein Fahrplan mit echten Meilensteinen.

 

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Warum 90 Tage?

 

Drei Monate sind aus einem einfachen Grund der richtige Zeithorizont: Sie sind lang genug, um echte Verhaltensänderungen zu erzeugen — und kurz genug, um fokussiert zu bleiben.

 

Lese hierzu Artikel 2 — ROI Vertriebstraining: So rechnest du den echten Return on Investment

 

90 Tage entsprechen einem Quartal. Du kannst am Ende Quartalszahlen vergleichen. Du kannst KPIs messen. Du hast einen natürlichen Checkpoint, an dem du entscheidest: weiter, anpassen oder stoppen.

 

Alles, was länger dauert, verliert Momentum. Alles, was kürzer ist, reicht nicht für nachhaltige Wirkung.

 

Lass uns starten.

 

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Phase 1 (Tage 1–30): Diagnose — Wo sind die größten Leistungslücken?

 

Der häufigste Fehler: Trainieren, ohne zu wissen, was gebraucht wird

 

Ich habe Unternehmen erlebt, die 50.000 € in ein Trainingsprogramm gesteckt haben — mit dem einzigen Briefing: "Unsere Verkäufer sollen besser werden." Was dabei herauskommt, ist generisches Content-Bingo ohne Wirkung.

 

Der erste Schritt eines guten Sales-Training-Programms ist keine Schulung. Es ist Diagnose.

 

Skills-Assessment: Was kann dein Team wirklich?

 

Starte mit einem strukturierten Skills-Assessment. Frag dich und deine Führungsebene:

 

  • Wo verlieren wir die meisten Deals? In der Akquise, im Qualifizieren, im Pitchen, im Closing?
  • Welche Verkäufer sind top — und was tun sie anders als die mittelmäßigen?
  • Wo klagen die Verkäufer selbst über Unsicherheit?

 

Nutze dafür konkrete Daten: CRM-Auswertungen, Conversion Rates pro Pipeline-Stufe, Quota-Attainment-Raten nach Verkäufer.

 

siehe auch Artikel 7 — Vertriebstraining KPIs: So misst du den Erfolg deiner Schulungen

 

Call-Analyse: Die ehrlichste Diagnose überhaupt

 

Ich empfehle jedem Vertriebsleiter, mindestens zehn Calls oder Meetings seiner Verkäufer zu analysieren, bevor er auch nur ein Training plant. Nicht um die Leute zu überwachen — sondern um zu verstehen, wo die echten Lücken liegen.

 

Was ich dabei fast immer höre:

 

  • Zu wenig Fragen, zu viel Präsentation
  • Einwände werden nicht behandelt, sondern umgangen
  • Kein klares Closing-Momentum am Ende des Gesprächs

 

Meilenstein Woche 4: Diagnose-Report

 

Am Ende von Phase 1 solltest du ein klares Bild haben:

  • Die drei größten Leistungslücken deines Teams
  • Die Verkäufer mit dem größten Verbesserungspotenzial (nicht die schlechtesten — die mit dem größten Hebel)
  • Baselines für die KPIs, die du in Phase 3 messen wirst

 

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Phase 2 (Tage 31–60): Design + Rollout — Inhalte priorisieren, Format wählen, erstes Modul durchführen

 

Sales Training Programm aufbauen: Weniger ist mehr

 

Jetzt kommt der Teil, bei dem die meisten Führungskräfte scheitern: Sie wollen zu viel auf einmal.

 

Ein halbjähriges Mega-Programm mit zehn Modulen über alle Vertriebsdisziplinen. Jeden Freitagnachmittag vier Stunden Schulung. Am Ende ist das Team ausgebrannt, der ROI nicht messbar, und niemand hat sich wirklich verbessert.

 

Mein Ansatz: Ein Fokus, ein Modul, vier Wochen.

 

Nimm die größte Lücke aus deiner Diagnose und entwickle dafür ein intensives Modul. Wenn deine Verkäufer beim Einwandhandling schwach sind, train Einwandhandling — und nichts anderes. Wenn das Problem das Qualifying ist, bau ein Qualifying-Modul.

 

Das richtige Format wählen

 

Nicht jedes Format ist für jedes Thema geeignet. Hier ist meine Empfehlung nach Trainingsinhalt:

 

Inhalt Empfohlenes Format
Produktwissen, Marktverständnis E-Learning, asynchron
Gesprächsführung, Einwandbehandlung Roleplay, Live-Training
Closing-Techniken 1:1-Coaching + Roleplay
CRM-Nutzung, Tools Screencast-Tutorial + Praxisübung
Pitching, Präsentation Video-Review + Gruppenfeedback

 

 

Vertriebsschulung Fahrplan: Das erste Modul richtig starten

 

Das erste Modul hat eine besondere Funktion: Es setzt den Ton. Wenn es langweilig ist, werden alle folgenden Trainings als Last empfunden. Wenn es energiegeladen, praxisnah und sofort anwendbar ist, kommt der Rest von selbst.

 

Mein Struktur-Template für ein Erstmodul (4 Stunden):

 

  1. Warum dieses Thema jetzt? (15 Min) — Zeig dem Team die Daten aus der Diagnose. Kein Fingerzeigen, aber Transparenz über die Leistungslücke.
  2. Kurzinput mit Theorie (30 Min) — Maximal das Nötigste. Kein Folienwust.
  3. Demonstration (20 Min) — Du oder ein Top-Performer zeigt, wie es geht. Live oder per Aufzeichnung.
  4. Üben in Paaren (60 Min) — Roleplay, Roleplay, Roleplay. Wer nicht übt, lernt nicht.
  5. Gruppenreflexion (20 Min) — Was hat geklappt? Was war schwer? Was nehmen wir mit?
  6. Commitment (15 Min) — Jeder benennt eine konkrete Aktion für die nächsten zwei Wochen.

 

Sie hierzu Artikel 1 — Effektive Vertriebsschulungen: Das vollständige Handbuch für Sales Manager

 

Meilenstein Woche 8: Erstes Modul abgeschlossen, erste Beobachtungen dokumentiert

 

Nach acht Wochen solltest du:

  • Das erste Trainingsmodul durchgeführt haben
  • Erste Veränderungen im Verhalten (nicht im Umsatz!) beobachten können
  • Feedback der Teilnehmer ausgewertet haben

 

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Phase 3 (Tage 61–90): Reinforcement + Messung — KPIs auswerten, Coaching-Loop etablieren, anpassen

 

Das größte Missverständnis im Sales Training

 

Training endet nicht mit dem letzten Modul. Es fängt danach erst richtig an.

 

Studien zeigen, dass 87 % der Trainingsinhalte innerhalb von 30 Tagen vergessen werden, wenn kein Reinforcement stattfindet. 87 %. Das bedeutet: Selbst das beste Seminar ist nach einem Monat so gut wie wirkungslos — wenn danach nichts kommt.

 

Reinforcement ist keine Option. Es ist die eigentliche Arbeit.

 

Der Coaching-Loop: Wie du das Gelernte im Alltag verankerst

 

Mein empfohlener Rhythmus für Phase 3:

 

Wöchentlich (20–30 Minuten pro Verkäufer):

  • Call-Review: Einen echten Kundencall gemeinsam auswerten
  • Spezifisches Feedback zu genau dem Skill aus dem Modul
  • Kurze Übung oder Szenario

 

Monatlich (60 Minuten im Team):

  • Gruppenreflexion: Was hat sich verändert?
  • Best Practice Sharing: Wer hat einen besonderen Moment gehabt?
  • Mini-Roleplay zu einem neuen Anwendungsfall

 

Nach 90 Tagen:

  • KPI-Vergleich: Wie haben sich die Baselines aus Phase 1 entwickelt?
  • Entscheidung: Nächstes Modul planen oder aktuelles Modul vertiefen?

 

Vertriebsprogramm entwickeln B2B: Die richtigen KPIs messen

 

Hier sind die fünf KPIs, die ich in jedem 90-Tage-Programm messe:

 

  1. Win Rate (Angebote vs. gewonnene Deals)
  2. Conversion Rate per Pipeline-Stufe (z. B. Erstgespräch → Angebot)
  3. Durchschnittliche Gesprächsqualität (aus Call-Reviews, 1–5 Skala)
  4. Quota Attainment (% der Verkäufer, die ihr Quartalsziel erreichen)
  5. Ramp-up-Zeit (nur bei Neueinstellungen)

 

Wenn diese Zahlen nach 90 Tagen besser sind als vor dem Training — auch nur minimal — hast du Beweis. Wenn nicht, hast du wichtige Erkenntnisse darüber, was du im nächsten Zyklus anders machen musst.

 

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Häufigste Fehler bei der Planung von Vertriebstrainings

 

Fehler 1: Zu viel auf einmal wollen

 

Das Quartals-Mammutprogramm. Zu viele Themen, zu viele Module, zu wenig Tiefe. Konzentrier dich auf einen Schwerpunkt und mach ihn richtig — dann zum nächsten.

 

Fehler 2: Manager sind nicht eingebunden

 

Das ist der Killer. Wenn die Führungskraft das Training nicht aktiv unterstützt, das Gelernte nicht einfordert und selbst nicht vorlebt, verpufft jedes Seminar. Training ohne Manager-Buy-in ist wie Pflanzen ohne Wasser.

 

Sie auch Artikel 7 — Vertriebstraining KPIs: So misst du den Erfolg deiner Schulungen

 

Fehler 3: Keine Messung von Anfang an

 

Wer nicht von Anfang an Baselines setzt, kann am Ende nicht beweisen, dass das Training gewirkt hat. Und ohne Beweis gibt es kein Budget für das nächste Programm.

 

Fehler 4: Format-Mismatch

 

Ein zweitägiges Seminar zu Gesprächsführung bringt wenig, wenn die Teilnehmer danach nie wieder üben. Micro-Learning mit wöchentlichen Übungseinheiten ist effektiver als ein komprimiertes Blockformat.

 

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Das 90-Tage-Board: Dein Planungs-Template

 

Hier ist ein vereinfachtes Meilenstein-Board, das du sofort nutzen kannst:

 

Woche Phase Aufgabe Verantwortlich
1–2 Diagnose Skills-Assessment, CRM-Auswertung Vertriebsleiter
3–4 Diagnose Call-Analyse (10 Calls), Baseline-KPIs dokumentieren Vertriebsleiter + Manager
5–6 Design Modulinhalte entwickeln, Format entscheiden Vertriebsleiter + Trainer
7–8 Rollout Erstmodul durchführen, Feedback erhebe Trainer
9–10 Reinforcement Wöchentliche Call-Reviews starten Manager
11–12 Messung KPI-Vergleich, Coaching-Loop dokumentieren, Entscheidung: Weiter? Vertriebsleiter

 

 

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FAQ

 

  • F: Muss ich einen externen Trainer engagieren oder kann ich intern trainieren?
  • A: Beides ist möglich. Interne Trainer haben den Vorteil der Kontextkenntnisse — externe bringen Methodik und Außenperspektive. Für das erste Programm empfehle ich einen externen Impulsgeber für das Kernmodul, mit internem Reinforcement danach.

 

  • F: Wie viel Zeit sollte ich pro Woche für das Training einplanen?
  • A: 2–3 Stunden pro Woche pro Verkäufer sind realistisch und ausreichend: 1 Stunde Modul/Input, 1 Stunde Üben, 30 Minuten Coaching. Mehr ist selten produktiver.

 

  • F: Was tue ich, wenn Verkäufer das Training nicht ernst nehmen?
  • A: Das ist ein Führungsthema, kein Trainingsproblem. Wenn die Führungskraft das Training aktiv priorisiert und einfordert, folgen die Verkäufer. Wenn sie es selbst nicht ernst nimmt, tut es das Team auch nicht.

 

  • F: Ab wie vielen Verkäufern lohnt sich ein strukturiertes Programm?
  • A: Ab drei Verkäufern. Der Aufwand für die Diagnose und das erste Modul ist nahezu gleich, egal ob du fünf oder fünfzig Personen trainierst — aber der ROI skaliert mit der Teamgröße.

 

  • F: Was ist das wichtigste Element in den ersten 30 Tagen?
  • A: Die Diagnose. Wer ohne sie trainiert, löst vielleicht das falsche Problem — und wundert sich dann, warum nichts besser wird.

 

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Dein nächster Schritt

 

Du hast jetzt einen klaren Fahrplan. Der erste Schritt ist nicht, ein Seminar zu buchen. Der erste Schritt ist, dein Team zu analysieren.

 

Öffne dein CRM. Ruf einen Verkäufer an und hör seinem nächsten Kundengespräch zu. Schau dir die Conversion Rates pro Pipeline-Stufe an.

 

Die Antworten, die du brauchst, sind alle schon da. Du musst sie nur sehen wollen.

 

Artikel 1 — Effektive Vertriebsschulungen: Das vollständige Handbuch für Sales Manager

Artikel 2 — ROI Vertriebstraining: So rechnest du den echten Return on Investment

 

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Quellen

 

  • CSO Insights / Sales Enablement PRO: 5th Annual Sales Enablement Study
  • Amra & Elma: Top 20 Sales Training Marketing Statistics
  • Careertrainer.ai: Sales Training ROI Statistics 2026
  • Pitchbase: Sales Training ROI: 3 Formulas + Benchmarks
  • Exec.com: Sales Training ROI: How to Measure Training Impact
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