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5 min read

Der Economic Buyer: So erreichst du den echten Entscheider

Der Economic Buyer: So erreichst du den echten Entscheider

Du hast drei Monate in den Deal investiert. Und dann sagt jemand Nein, den du nie getroffen hast.

 

Das passiert täglich im B2B-Vertrieb. Der Ansprechpartner ist begeistert. Die Evaluierung war erfolgreich. Das Angebot liegt vor. Und dann kommt die Nachricht: "Wir haben intern noch mal diskutiert — das Projekt wird vorerst nicht weiterverfolgt." Wer hat das entschieden? Der CFO. Den du nie getroffen hast. Das ist das Economic Buyer Problem. Und es ist das kostspieligste Missverständnis im gesamten Sales-Prozess.

 

FAQ
  • F: Wer ist der Economic Buyer im MEDDIC-Framework?
  • A: Der Economic Buyer ist die Person, die finale Budgetentscheidungen trifft — unabhängig von Hierarchiestufe oder Titel. Im MEDDIC-Framework ist er der "E" und gleichzeitig die Person mit dem größten Einfluss auf die Kaufentscheidung. Ohne ihn geht kein Deal durch.

 

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Warum der Economic Buyer so schwer zu erreichen ist

 

Der Unterschied zwischen Ansprechpartner und Entscheider

 

In der Buying Group eines modernen B2B-Unternehmens gibt es verschiedene Rollen: User Buyer (der Nutzer), Technical Buyer (IT, Einkauf), und den Economic Buyer (Budget-Verantwortlicher). Laut einer Studie von Gartner sind an einer typischen B2B-Kaufentscheidung durchschnittlich 6 bis 10 Stakeholder beteiligt — oft aus verschiedenen Abteilungen und mit unterschiedlichen Prioritäten.

 

Der Economic Buyer ist nicht immer der CEO. Er kann der CFO sein, ein Divisionleiter, der COO oder der Geschäftsführer eines Bereichs — abhängig vom Volumen und strategischen Gewicht der Investition. Was ihn definiert: Er kann Ja sagen ohne zu fragen. Und er kann Nein sagen, und kein anderer kann es rückgängig machen.

 

Warum Verkäufer ihn meiden

 

Drei Gründe, die ich immer wieder beobachte:

 

  1. Der Champion schützt seinen Zugang. Jeder, der als Hauptansprechpartner agiert, möchte die Kontrolle behalten. Ein direkter Kontakt zum Economic Buyer fühlt sich für ihn wie eine Umgehung an.

  2. Verkäufer haben Angst vor dem Nein. Der Economic Buyer ist direkter. Er fragt nach ROI, Business Case, strategischem Fit — Fragen, auf die viele Verkäufer keine guten Antworten haben.

  3. Niemand hat es explizit erklärt. In vielen Vertriebsorganisationen gilt "wir haben einen Ansprechpartner" als ausreichend. Das ist ein Irrtum, der Deals kostet.

 

FAQ
  • F: Was ist der Unterschied zwischen Champion und Economic Buyer?
  • A: Der Champion ist dein interner Fürsprecher — er will, dass der Deal durchgeht, und hat Einfluss, aber nicht notwendigerweise Budgethoheit. Der Economic Buyer ist der finale Budget-Entscheider. Idealerweise ist dein Champion auch nah am Economic Buyer — oder hat direkten Zugang zu ihm.

 

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Die Lösung: So erreichst du den Economic Buyer

 

Schritt 1 — Den Economic Buyer frühzeitig identifizieren

 

Die Qualifizierungsfrage ist einfach — aber die meisten Verkäufer stellen sie nicht. Sie heißt: "Wer ist am Ende der Person, die Ja oder Nein zum Budget sagt?"

 

Stelle diese Frage früh im Prozess. Am besten im ersten Discovery Call. Nicht als Verhör, sondern als natürlichen Teil der Prozessklärung.

 

"Damit ich den Prozess richtig verstehe: Wer ist am Ende diejenige Person, die grünes Licht für das Budget gibt? Und wie wird sie typischerweise in Entscheidungen dieser Größenordnung eingebunden?"

 

Du bekommst eine ehrliche Antwort oder eine ausweichende Antwort. Beides ist wertvoll.

 

Praxisbeispiel: Enterprise SaaS

Ein Vertriebsmitarbeiter hat im ersten Call gelernt: "Für Investitionen über 100.000 Euro braucht es eine Genehmigung vom CFO — der sitzt in Düsseldorf und ist alle zwei Wochen im Haus." Diese Information war Gold. Er hat den Timeline-Plan entsprechend angepasst und sich bereits in Woche drei um ein kurzes Intro-Gespräch gebeten.

 

Schritt 2 — Den Champion als Brücke nutzen

 

Dein Champion ist der Schlüssel zum Economic Buyer. Aber du musst ihn aktiv dazu bringen, die Brücke zu bauen. Das gelingt nicht durch Bitten, sondern durch Vorbereitung.

 

Gib deinem Champion Argumente, Zahlen und einen prägnanten Business Case, mit dem er den Economic Buyer intern ansprechen kann. Rüste ihn aus. Mach es ihm leicht.

 

"Was müsste ich dir zur Verfügung stellen, damit du beim CFO ein 15-Minuten-Meeting bekommst?"

 

Diese Frage verschiebt die Verantwortung — und sie signalisiert, dass du den Prozess ernst nimmst.

 

Praxisbeispiel: HR-Software

Sascha Kronberg beschreibt in seinem Buch, dass Champions nur dann wirklich als Brücke funktionieren, wenn sie "mit Argumentationshilfen, Beispielen und Informationen ausgerüstet sind, damit sie intern überzeugen können." Das ist keine Passivstrategie. Es bedeutet aktives Enablement des Champions — Schritt für Schritt.

 

Schritt 3 — Den direkten Weg zum Economic Buyer suchen

 

Manchmal ist der Champion nicht bereit oder nicht in der Position, die Verbindung herzustellen. Dann brauchst du einen alternativen Weg.

 

  • LinkedIn: Ist der Economic Buyer aktiv auf LinkedIn? Hat er Artikel oder Kommentare zu Themen, die deinen Deal berühren? Das ist ein natürlicher Anknüpfungspunkt.
  • Events & Konferenzen: Economic Buyer tauchen auf Führungskräfte-Events auf. Das ist kein Zufall — das ist Strategie.
  • Executive-to-Executive: Wenn du eine Führungskraft in deinem eigenen Unternehmen hast, die auf Augenhöhe mit dem Economic Buyer kommunizieren kann, ist das oft der schnellste Weg.

 

Praxisbeispiel: B2B-Tech-Verkauf

Ein Sales Insider aus meinem Netzwerk hat einen stagnierenden Enterprise-Deal dadurch gerettet, dass sein CEO einen kurzen LinkedIn-Kommentar unter einem Artikel des Ziel-CFOs hinterlassen hat — mit persönlichem Bezug zum Thema. Drei Tage später gab es eine Anfrage für ein Gespräch. Der Deal schloss zwei Monate später.

 

Schritt 4 — Das erste Gespräch mit dem Economic Buyer richtig gestalten

 

Der Economic Buyer hat keine Zeit für Feature-Demos. Er denkt in drei Kategorien: strategischer Fit, Business Impact, Risiko. Wenn du in diesen ersten 20 Minuten nicht auf einer dieser Ebenen überzeugst, gibt es kein zweites Gespräch.

 

Komm vorbereitet mit:

  1. Einer klaren Problemformulierung, die sein Unternehmen betrifft
  2. Einer quantifizierten Nutzenaussage (nicht "wir helfen euch effizienter zu werden", sondern "wir haben bei drei vergleichbaren Unternehmen X erreicht")
  3. Einem klaren nächsten Schritt

 

Und dann: Höre zu. Der Economic Buyer wird dir sagen, was ihn wirklich bewegt — wenn du ihm den Raum gibst.

 

FAQ
  • F: Was tue ich, wenn der Economic Buyer nicht mit mir sprechen will?
  • A: Dann war die Vorbereitung nicht gut genug, oder die Kommunikation des Mehrwerts ist unklar. Prüfe, ob dein Champion den Wert des Gesprächs überzeugend kommuniziert hat. Und frage dich: Hat der Economic Buyer einen persönlichen Grund, dieses Problem zu lösen? Wenn nicht, fehlt noch die richtige Implikations-Arbeit.

 

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MEDDIC und der Economic Buyer: Das Framework richtig anwenden

 

MEDDIC steht für Metrics, Economic Buyer, Decision Criteria, Decision Process, Identify Pain, Champion. Der Economic Buyer ist nicht ohne Grund an zweiter Stelle — er ist der Gravitationspunkt des gesamten Deals.

 

Laut HubSpot-Forschung haben Vertriebsteams, die das MEDDIC-Framework konsequent anwenden, eine um 30% höhere Abschlussquote im Enterprise-Segment als Teams ohne strukturierten Qualifizierungsprozess.

 

Die Kernfragen im MEDDIC-Kontext:

  • Wer ist der Economic Buyer? (Nicht nur: Wer hat den Titel — sondern: Wer kann final Ja sagen?)
  • Was ist seine persönliche Agenda? (Welche Ziele verfolgt er in diesem Fiskaljahr?)
  • Wie wird er in den Entscheidungsprozess eingebunden? (Wann, wie oft, durch wen?)
  • Was ist sein primäres Risikoempfinden? (Was muss er dem Board erklären, wenn es schiefgeht?)

 

FAQ
  • F: Muss ich bei jedem Deal mit dem Economic Buyer sprechen?
  • A: Bei transaktionalen Deals mit kleinem Volumen nicht unbedingt. Bei komplexen B2B-Deals mit hohem Ticketwert ist es eine Pflicht. Faustregel: Wenn der Economic Buyer die Entscheidung stoppen kann, muss er auch ein Befürworter sein.

 

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Häufige Fehler beim Umgang mit dem Economic Buyer

 

Fehler 1: Zu spät identifiziert

Den Economic Buyer erst in der Abschlussphase zu suchen ist wie ein Fundament erst nach dem Hausbau zu legen. Frühzeitige Identifizierung ist Pflicht.

 

Fehler 2: Nur über den Champion kommunizieren

Ein Champion, der den Economic Buyer briefed, filtert die Botschaft. Was ankommt, ist nicht das, was du gesagt hast. Direkte Kommunikation ist, wann immer möglich, direkter Einfluss.

 

Fehler 3: Feature-Demo statt Executive-Gespräch

Der Economic Buyer interessiert sich nicht für Features. Er interessiert sich für Ergebnisse. Wer ihm eine Demo zeigt, verliert ihn nach fünf Minuten.

 

Fehler 4: Keine Vorbereitung auf Einwände

Der Economic Buyer wird fragen: "Was, wenn das nicht funktioniert?" Auf diese Frage musst du eine überzeugende Antwort haben — mit Referenzen, Garantien, Pilot-Angeboten.

 

Fehler 5: Den Champion nicht enablen

Wenn der Champion nicht in der Lage ist, den Economic Buyer intern zu überzeugen, bist du zu passiv gewesen. Aktives Champion-Enablement ist deine Aufgabe.

 

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Fazit & nächster Schritt

 

Der Economic Buyer ist nicht das Problem — er ist die Lösung. Wer ihn früh einbezieht, kompetent anspricht und mit dem richtigen Business Case überzeugt, beschleunigt Deals dramatisch. Wer ihn ignoriert, produziert Arbeit ohne Ergebnis.

 

Deals sterben nicht, weil die Lösung schlecht ist. Sie sterben, weil der Entscheider nie überzeugt wurde.

 

Dein nächster Schritt: Gehe durch deine aktuellen Top-3-Deals. Beantworte für jeden Deal: Wer ist der Economic Buyer? Habe ich mit ihm gesprochen? Wenn nicht — was ist mein konkreter Plan, dieses Gespräch in den nächsten zwei Wochen herzustellen?

 

Weiterführende Artikel

 

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Quellen
  • Gartner — The New B2B Buying Journey
  • HubSpot — MEDDIC Sales Methodology
  • Effektives SPIN Training — telesalestraining.de

 

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