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Cold Calling Timing: Wann du anrufst, entscheidet

Cold Calling Timing: Wann du anrufst, entscheidet

Du rufst zum falschen Zeitpunkt an.

 

Ich sage das nicht aus der Luft gegriffen. Ich sage es, weil eine Studie mit 175.000 ausgewerteten Dials es beweist.

 

Freitag oder Mittwoch — gleicher Script, gleiche Liste, gleicher Verkäufer. Der Unterschied in der positiven Terminrate: fast das Doppelte. Wer Freitag anruft, arbeitet mit der halben Ausbeute.

 

Das ist kein kleiner Optimierungseffekt. Das ist der Unterschied zwischen 20 und 40 Terminen im Monat — bei identischer Dial-Anzahl.

 

FAQ

 

  • F: Wann ist die beste Zeit für einen Cold Call?
  • A: Laut der Belkins-Studie (175.000+ Dials, 2025) sind Mittwoch zwischen 15 und 16 Uhr sowie ein sekundärer Peak um 18 Uhr die besten Zeitfenster. Der beste Wochentag ist Mittwoch (0,95% positive Outcome Rate), gefolgt von Montag (0,77%). Freitag ist mit 0,51% der schlechteste Tag.
  • F: Gilt das auch für DACH?
  • A: Die Belkins-Studie enthält explizit Daten aus Deutschland. Europäische Märkte zeigen generell höhere Connect Rates als der US-Schnitt — in Deutschland und anderen europäischen Märkten liegt die Live-Contact-Rate bei 12–16% gegenüber 9% in den USA.




Was die Daten wirklich zeigen

 

Die Belkins Cold Calling Benchmarks Studie (2026) ist eine der bisher detailliertesten Auswertungen von echten Outbound-Dials. 175.000+ Anrufe, ausgewertet nach Connect Rate, Conversation Rate, Meeting Rate, Wochentag, Uhrzeit, Seniority und Geografie — darunter explizit Deutschland.

 

Funnel-Baseline: Was "normal" wirklich bedeutet

 

Bevor wir Timing besprechen, brauchst du den richtigen Maßstab:

 

  • 9,9% aller Dials erreichen eine live Person
  • 58% der Connects werden zu echten Gesprächen
  • 4,6% der Gespräche enden in einem gebuchten Termin
  • Ergebnis: 1 Termin pro 370 Dials

 

Das klingt ernüchternd. Aber es ist die Baseline — nicht deine Decke. Timing, Seniority-Wahl und Sequenz-Design verschieben diese Zahlen erheblich.

 

Der wichtigste Engpass ist laut Belkins nicht, dass jemand abnimmt. 58% der Connects werden Gespräche. Das eigentliche Problem: nur 4,6% dieser Gespräche werden Termine. Wer mehr Termine will, muss nicht mehr anrufen — er muss besser konvertieren.

 

Siehe auch Artikel 40 — Prospecting-KPIs: Die Zahlen, die wirklich zählen

 

Timing-Effekte: die Zahlen im Detail

 

Wochentag Positive Outcome Rate
Mittwoch 0,95%
Montag 0,77%
Donnerstag 0,72%
Dienstag 0,61%
Freitag 0,51%

 

Mittwoch schlägt Freitag fast 2:1. Das bedeutet: Bei gleicher Dial-Anzahl und gleichem Pitch bekommst du mittwochs fast doppelt so viele Termine.

 

Zeitfenster:

 

Uhrzeit Positive Outcome Rate
15:00–16:00 Uhr 1,05–1,22%
18:00 Uhr 1,47% (Sekundär-Peak)
09:00–11:00 Uhr 0,65–0,83%

 

Die "Power Hours" morgens zwischen 9 und 11 Uhr haben das höchste Dial-Volumen — aber nicht die beste Conversion. Nachmittags ist die Qualität höher, auch wenn weniger Leute am Hörer sitzen.

 

FAQ

 

  • F: Warum konvertieren die klassischen Morgenstunden schlechter?
  • A: Vormittags haben viele Entscheider Meetings, Planungsrunden und volle Kalender. Nachmittags — besonders 15–16 Uhr — sind viele zwischen Terminen und haben eine Minute Zeit für ein unerwartetes Gespräch.
  • F: Ist der 18-Uhr-Peak verlässlich oder ein Ausreißer?
  • A: Laut Belkins ist 18 Uhr ein konsistenter sekundärer Peak. Erklärt wird das durch Entscheider, die nach regulären Meeting-Zeiten nochmal ans Telefon gehen — oder Home-Office-Situationen, in denen die Grenze zwischen Arbeits- und Privatzeit fließt.




Der Sommer-Effekt: Anrufen, aber anders

 

Eine der überraschendsten Erkenntnisse aus der Belkins-Studie: Der Sommer ist kein Connect-Problem. Er ist ein Meeting-Problem.

 

Juli hatte die höchste Connect Rate des gesamten Jahres: 12,5% — aber gleichzeitig die niedrigste Meeting-Buchungsrate: 2,7%. Im Vergleich: Februar 8,9%, Mai 8,5%.

 

Prospects gehen in der Sommerpause ans Telefon — aber sie committen sich nicht zu Kalendereinträgen. Das bedeutet konkret für deinen Sommer:

 

  • Mehr Gespräche sind möglich — nutze das für Relationship Building
  • Erwarte weniger gebuchte Termine — der KPI-Druck sollte im Juli/August angepasst werden
  • Setze auf Follow-up-Signale: 19% der Nicht-Buchungen wollten einen Follow-up — im Sommer besonders wertvoll

 

Praxisbeispiel

 

Ein Vertriebsteam läuft im Juli mit normalen Terminzielen — und frustriert sich kollektiv, weil die Conversion trotz hoher Connect Rates einbricht. Die Lösung: Im Juli wird das Ziel von "Termin buchen" auf "qualifiziertes Gespräch führen + Follow-up vereinbaren" umgestellt. Gespräch gilt als Erfolg, wenn ein konkretes Datum für den Rückruf im Kalender steht. Ergebnis: Team-Motivation bleibt hoch, Pipeline für September wird aufgebaut.

 

Siehe auch Artikel 3 — Blowout: Die Follow-up-Frequenz, die Termine bringt

 

Seniority: Wen du anrufst, verändert alles

 

Nicht nur Timing und Wochentag — auch die Hierarchieebene hat massiven Einfluss:

 

Seniority Live Contact Rate Besonderheit
Manager/Lead-Level 11,1% Höchste Erreichbarkeit
VPs 7,3% Mittlere Erreichbarkeit
C-Level Keine Buchung live Nur Follow-up via E-Mail/Phone
Directors Höchste Meeting-Buchungsrate Bestes End-Ziel für Cold Calls

 


Das ist eine wichtige Verschiebung vom "Ruf immer den CEO an"-Mythos: C-Level geht zwar ans Telefon — bucht aber nie direkt einen Termin im Call. C-Level-Outcomes waren in der Studie ausnahmslos Follow-up-Anfragen via E-Mail oder Rückruf.

 

Directors dagegen — also Abteilungsleiter, Bereichsverantwortliche — buchen den höchsten Anteil tatsächlicher Meetings. Sie haben Entscheidungsgewalt, aber noch Erreichbarkeit. Das macht sie zum idealen First-Call-Ziel.

 

Praxisbeispiel

 

Ein SDR ruft ausschließlich C-Level an — weil sein Manager sagt "ruf immer ganz oben an". Ergebnis: Viele "ruf mich nächste Woche nochmal an"-Signale, kaum Termine. Umstellung auf Directors: Binnen 30 Tagen steigt die Terminrate um 40%. Der C-Level-Kontakt wird später als Champion im Deal genutzt — nicht als erster Einstiegspunkt.

 

FAQ

 

  • F: Sollte ich C-Level dann gar nicht anrufen?
  • A: Doch — aber mit angepasster Erwartung. C-Level-Anrufe dienen dem Beziehungsaufbau und erzeugen Follow-up-Mandat nach unten. Wer direkt einen Termin buchen will, ruft Directors an.
  • F: Was ist mit Managers/Leads — lohnt sich das als Einstieg?
  • A: Für Branchen mit dezentraler Entscheidungsstruktur ja. Manager haben die höchste Erreichbarkeit (11,1% Live Rate) und können als interner Champion dienen. Das hängt stark vom Buying-Center der Zielbranche ab.




Häufige Timing-Fehler

 

Fehler 1: Täglich zwischen 9 und 11 Uhr anrufen

Die meisten SDRs tun es. Die Conversion ist die schlechteste. Lieber Nachmittag blocken.

 

Fehler 2: Freitags genauso viel anrufen wie mittwochs

Freitag hat fast die Hälfte der Terminrate von Mittwoch. Wer Freitag intensiv wählt, verschwendet Energie.

 

Fehler 3: Im Juli normale Terminziele verfolgen

Sommer senkt Meeting Rates strukturell. Wer das nicht im Team kommuniziert, erzeugt Frustration.

 

Fehler 4: Immer zuerst C-Level anrufen

C-Level bucht nicht live. Directors buchen. Die Reihenfolge im Calling Stack sollte das reflektieren.

 

Fehler 5: Nur einen Versuch pro Prospect

Per-Dial Connect Rate: 9,9%. Per-Prospect Connect Rate bei mehreren Versuchen: 24,5%. Wer nur einmal anruft, verlässt 14,6 Prozentpunkte Erreichbarkeit auf dem Tisch.

 

FAQ

 

  • F: Wie viele Anrufversuche pro Prospect sind sinnvoll?
  • A: Laut Belkins-Daten ist der Break-even-Punkt bei 3 Versuchen. Die per-Prospect Connect Rate steigt von 9,9% (1 Versuch) auf 24,5% (mehrere Versuche) — das entspricht etwa 3 Versuchen im Durchschnitt der Studie.




Fazit & nächster Schritt

 

Timing ist kein Geheimwissen. Es sind Daten, die zeigen: Mittwoch 15–16 Uhr bringt fast doppelt so viele Termine wie Freitag. Nachmittags ist besser als morgens. Directors buchen mehr als C-Level. Und drei Anrufversuche pro Prospect verdoppeln deine Erreichbarkeit.

 

Das ist keine Zauberei. Es ist strukturierte Intelligenz im Calling-Stack.

 

Dein nächster Schritt: Analysiere deinen eigenen Call-Kalender. An welchen Tagen und Uhrzeiten rufst du aktuell am meisten an? Verschiebe nächste Woche 30% deiner Dials auf Mittwoch zwischen 15 und 17 Uhr — und miss die Difference.

 

Weiterführende Artikel

Artikel 40 — Prospecting-KPIs: Die Zahlen, die wirklich zählen

Artikel 43 — Kaltakquise Benchmarks DACH: Realistische Terminquoten nach Branche




 

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