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Vertriebsleistung steigern: Die KPIs, die wirklich zählen
Du misst zu spät — und weißt es nicht
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Vorstellung und Steckbrief von Sascha Kronberg.
Hier geben wir Tipps und Anregungen, um sich im Vertriebsalltag zu verbessern.
5 min read
Sascha Kronberg
:
Aug 4, 2026, 1:49:01 PM
„Der Kunde findet den Ansatz gut.“
Das ist kein Next Step. Das ist ein Kompliment.
Ich habe selbst erlebt, wie ein Deal wochenlang grün blieb. Gute Gespräche. Gute Stimmung. Ein sauberer Pitch. Dann kam: „Wir melden uns.“ Drei Monate später war die Opportunity noch im CRM. Nur der Kunde war weg. Nicht zur Konkurrenz. Einfach ins Nichts.
Genau dort beginnt No-Decision im B2B. Nicht bei einem klaren Nein. Sondern bei einem freundlichen Vielleicht ohne Besitzer, Datum und Ergebnis. Für einen Sales Insider ist das kein Stimmungstief. Es ist ein Steuerungsproblem.
Ein verlorener Deal ist sichtbar. Ein No-Decision-Deal tarnt sich als Hoffnung. Er belegt Kapazität, hält Forecast-Zahlen künstlich hoch und verschiebt deine Aufmerksamkeit von echten Chancen auf freundliche Gespräche.
Laut Infinitas lautet der zentrale Standard: Kein Next Step mit Datum ist kein Commit. Der Beitrag vom 29. Juli 2026 beschreibt außerdem, dass Follow-ups oft nicht schlecht gemacht, sondern gar nicht geführt werden. Das ist der entscheidende Unterschied.
Viele Verkäufer fragen: „Gegen wen treten wir an?“ Die bessere Frage lautet: „Was passiert, wenn der Kunde gar nichts entscheidet?“ Der Status quo hat keinen Vertriebler. Er braucht keine Demo. Er muss keinen Rabatt geben. Er wartet einfach.
Der Ist-Zustand gewinnt, wenn der Zielkunde den Aufwand einer Veränderung höher bewertet als den Schmerz des Wartens. Genau deshalb reicht eine gute Lösung nicht. Du brauchst eine Entscheidung, die intern sicher wirkt.
In einem B2B-Deal kann der Status quo bedeuten: Das Team arbeitet weiter mit Excel. Die Fachabteilung wartet auf IT. Der Entscheider verschiebt das Thema ins nächste Quartal. Oder der Champion verliert intern die Energie. Alles sieht ruhig aus. Nichts bewegt sich.
„Grün“ beschreibt oft die Meinung des Verkäufers. Bewegung beschreibt ein Verhalten des Zielkunden. Ein Kunde bewegt sich, wenn er einen Termin blockt, eine Person einbindet, Daten liefert, einen Business Case prüft oder eine interne Entscheidung vorbereitet.
Der Beitrag von Infinitas nennt drei Bestandteile eines steuerbaren Next Steps: Owner, Datum und erwartetes Ergebnis. Fehlt einer davon, bleibt nur eine Absicht. Für die Pipeline bedeutet das: Status nicht nach Gefühl vergeben. Status nach beobachtbarer Verbindlichkeit vergeben.
Ein Kunde sagt selten: „Wir wollen nichts verändern.“ Er sagt: „Gerade ist viel los.“ Oder: „Wir müssen das noch abstimmen.“ Diese Aussagen können stimmen. Aber sie erklären noch nicht, ob ein Projekt lebt.
Frage deshalb nicht nur nach Interesse. Frage nach Konsequenzen. Was kostet das Warten? Welcher Termin rückt näher? Wer muss vor dem nächsten Schritt zustimmen? Was würde passieren, wenn das Thema bis zum Jahresende liegen bleibt?
Ein guter Next Step ist kein „Ich melde mich nächste Woche“. Er ist ein kleiner Entscheidungsschritt. Er verändert die Lage.
Nutze drei Fragen:
Beispiel: „Maria aus IT bestätigt bis Donnerstag, ob die Schnittstelle technisch geprüft werden kann. Danach entscheiden wir, ob der Economic Buyer in den Business-Case-Termin kommt.“
Das ist kein Kalendertermin um seiner selbst willen. Es ist eine Bewegung vom Ist-Zustand zum Soll-Zustand.
Nach jedem Discovery Call notierst du nicht nur, was der Kunde gesagt hat. Du notierst, was noch fehlen muss. Fehlt die Bedarfskonkretisierung? Fehlt der Zugang zum Entscheider? Fehlt eine Zahl für den ROI? Fehlt die Zustimmung von IT? Fehlt der Mut, den Ist-Zustand zu verlassen?
Ordne die Lücke einem Typ zu: Entscheider, Qualifizierung, Angebot, Risiko oder Reaktivierung. So bleibt der nächste Schritt handhabbar.
Der Zielkunde sagt: „Fachlich passt es.“ Statt einer weiteren Präsentation vereinbarst du: „Thomas aus IT prüft bis 12. August die drei offenen Integrationsfragen. Am 13. August treffen wir uns mit ihm und dem Champion. Ergebnis: technische Freigabe oder konkrete Restpunkte.“ Jetzt hat der Deal eine Richtung.
Viele Verkäufer vereinbaren Termine, aber keine Ergebnisse. Dann sitzt die Buying Group wieder zusammen und redet über dasselbe. Sag deshalb: „Wenn wir uns am Mittwoch treffen, was muss danach klar sein, damit ihr intern weitergehen könnt?“
Die Antwort zeigt dir, ob ein echter Entscheidungsprozess existiert. Wenn niemand sagen kann, was danach anders sein soll, ist der Termin wahrscheinlich nur Beschäftigung.
„Der CFO könnte kritisch sein“ ist kein Risiko-Management. „Unser Champion erstellt bis Freitag eine einseitige Wertargumentation für den CFO; darin stehen Kosten des Ist-Zustands, erwarteter ROI und Amortisationsdauer“ ist eine Aktion.
Nutze keine rote Ampel ohne Maßnahme. Ein Risiko ohne Besitzer bleibt nur ein Gefühl. Ein Risiko mit Owner, Datum und Ergebnis wird steuerbar.
Ein Deal ohne Datum verliert seinen Commit-Status. Das ist unbequem. Genau deshalb funktioniert es. Du schützt deinen Forecast vor höflicher Selbsttäuschung.
Im wöchentlichen Review reichen drei Fragen:
Der Review wird dadurch ein Entscheidungsformat. Kein Status-Marathon.
Nicht jeder Deal ist jetzt reif. Das ist keine Niederlage. Parke ihn mit einem echten Trigger: Budgetfreigabe, neue Führungskraft, regulatorische Frist, ERP-Migration oder Quartalsplanung. Dazu gehören ein Datum, ein Owner und eine Wiedervorlage.
„Melde dich im Herbst“ ist kein Trigger. „Am 15. September, nach der Budgetrunde, prüft der Champion die neue Prioritätenliste und gibt mir bis 17. September Rückmeldung“ ist einer.
Das klingt freundlich. Es sagt nichts über den Prozess. Wer bleibt mit wem in Kontakt? Wann? Mit welchem Ergebnis? Ohne diese drei Antworten bleibt der Deal im Nebel.
Ein Kalendertermin kann Bewegung zeigen. Er muss es aber nicht. Frage vor dem Termin, welche Entscheidung vorbereitet wird. Sonst wiederholt ihr nur den letzten Call mit neuen Folien.
Ein Champion kann überzeugt sein und trotzdem nicht freigeben. Prüfe, ob er intern verkauft. Bitte ihn um eine konkrete Einführung, eine Weiterleitung oder eine Reaktion aus der Buying Group.
Geduld ist wertvoll. Hoffnung ist teuer. Wenn Wochen vergehen und kein Stakeholder, kein Datum und kein Ergebnis auftauchen, ändere den Status. Dein CRM ist kein Wunschzettel.
KI kann Gesprächsnotizen zusammenfassen und Risiken markieren. Sie kann aber keinen unklaren Next Step verbindlich machen. Erst der Standard. Dann das Tool.
No-Decision entsteht selten plötzlich. Es wächst aus kleinen Unklarheiten: kein Besitzer, kein Datum, kein Ergebnis. Mach diese Lücken sichtbar. Verknüpfe Forecast und Verbindlichkeit. Dann wird deine Pipeline ehrlicher und dein Team ruhiger.
Dein nächster Schritt: Öffne heute fünf aktive Opportunities. Schreibe bei jeder den nächsten Schritt mit Owner, Datum und erwartetem Ergebnis auf. Bei einer fehlenden Angabe änderst du den Status. Sofort.
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Du misst zu spät — und weißt es nicht
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Dein Team hat das Training gemacht. Trotzdem läuft der nächste Call schief.
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Dein bester Kontakt beim Kunden ist vielleicht kein Champion. Er ist ein Fan.