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Vertriebsleistung steigern: Die KPIs, die wirklich zählen
Du misst zu spät — und weißt es nicht
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Vorstellung und Steckbrief von Sascha Kronberg.
Hier geben wir Tipps und Anregungen, um sich im Vertriebsalltag zu verbessern.
4 min read
Sascha Kronberg
:
Jul 15, 2026 8:46:42 AM
Ich erinnere mich an Zeiten, in denen eine Win Rate von 25 Prozent als "ausbaufähig" galt. Heute gilt sie als überdurchschnittlich.
Die Zahlen sind eindeutig: Der Ebsta × Pavilion 2025 GTM Benchmark-Report, basierend auf 655.000 analysierten Opportunities und 48 Milliarden Dollar Pipeline, zeigt einen Rückgang der durchschnittlichen B2B Win Rate von 29 auf 19 Prozent. In einem Jahr.
Das ist kein Marktzyklusmuster. Das ist ein strukturelles Signal.
Der Rückgang ist nicht zufällig. Er folgt drei messbaren Trends, die sich seit 2022 beschleunigt haben.
Laut Gartner sind heute durchschnittlich sechs bis zehn Entscheider an einem typischen komplexen B2B-Kauf beteiligt. Jede zusätzliche Person verlängert den Konsensbildungsprozess.
Sales Cycles haben sich seit 2022 um 22 Prozent verlängert. Und längere Deals haben dramatisch schlechtere Win Rates: Deals, die in unter 50 Tagen abgeschlossen werden, gewinnen zu 47 Prozent. Deals, die über 50 Tage laufen, nur noch zu 20 Prozent.
Der gefährlichste Feind des Vertriebsteams ist nicht der Wettbewerber. Es ist "wir machen erstmal nichts." In stagnierten Deals ist der häufigste Grund — wie wir aus der Käuferforschung wissen — dass der Verkäufer das Problem des Käufers nicht ausreichend verstanden hat.
Das ist lösbar. Dafür braucht es keine neue Technologie. Es braucht bessere Discovery.
Eines der stärksten Signale aus dem Benchmark-Report: Die Einbindung des Economic Buyers früh im Deal erhöht die Win Rate um rund 55 Prozent. In der Praxis fehlt dieser Schritt in der Mehrheit der Deals.
Wer am Gatekeeper oder am operativen Ansprechpartner hängenbleibt, führt Gespräche — aber keine Deals.
Artikel 9 — Der Economic Buyer: So erreichst du den echten Entscheider
Drei Hebel, die nachweislich die Win Rate verbessern.
Das klingt banal. Ist es aber nicht. In der Praxis läuft der erste Discovery Call mit dem Teamleiter, der zweite mit dem Projektverantwortlichen — und der Economic Buyer taucht erst im dritten Meeting auf, wenn der Deal schon geformt ist.
Zu diesem Zeitpunkt hat der Economic Buyer kein Vertrauen zu dir. Er hat keine Problembindung. Er entscheidet auf Basis von Zusammenfassungen anderer — und "kein Budget" ist der einfachste Ausweg.
Besser: im ersten oder zweiten Meeting aktiv fragen: "Wer ist die Person in Ihrem Unternehmen, die das Budget freigibt — und wann können wir sie einbinden?"
Ein Software-Anbieter hatte eine Win Rate von 21 Prozent. Nach Analyse zeigte sich: In 78 Prozent der verlorenen Deals war der Economic Buyer nicht bis zum dritten Meeting involviert. Nach Einführung einer Regel — "Economic Buyer spätestens im zweiten Call einbinden" — stieg die Win Rate auf 31 Prozent in sechs Monaten.
Lange Deals verlieren häufig nicht weil sie technisch schlechter sind — sondern weil sich in der Länge neue Einwände, neue Stakeholder und neue Prioritäten aufbauen.
Deal-Velocity-Maßnahmen:
Ein Beratungsunternehmen im DACH-Markt analysierte seine Pipeline: 40 Prozent aller Deals steckten seit über 60 Tagen in derselben Phase. Nach Einführung von "Deal Review"-Calls für alle Deals über 45 Tage konnten 30 Prozent dieser Deals reaktiviert werden — die anderen wurden aus der Pipeline gestrichen (falsches Wunschdenken entfernt).
Deals stagnieren, wenn der Käufer keinen klaren ROI sieht. Die häufige Reaktion: bessere Präsentation, schönere Slides, mehr Features. Das ist das Falsche.
Die richtige Reaktion: den Business Case gemeinsam mit dem Käufer entwickeln. Nicht als Dokument das du mitbringst — als Arbeitssitzung in der du fragst: "Wenn wir das gemeinsam kalkulieren — was wäre ein fairer Maßstab für den Erfolg dieser Investition für Sie?"
Käufer, die am Business Case mitgewirkt haben, verteidigen ihn intern. Käufer, die ihn von dir überreicht bekommen haben, nicht.
Sie auch Artikel 10 — Business Case erstellen: So überzeugst du den CFO
|
KPI |
Durchschnitt 2026 |
Top-Performer |
|
Win Rate (gesamt) |
19% |
35–45% |
|
Win Rate unter 50k |
35–45% |
– |
|
Win Rate 50k–100k |
25–35% |
– |
|
Win Rate über 100k |
15–25% |
– |
|
Median Sales Cycle (SaaS) |
84 Tage |
– |
|
Sales Cycle unter 50 Tage |
Win Rate 47% |
– |
|
Sales Cycle über 50 Tage |
Win Rate 20% |
– |
|
Win Rate Lift (Economic Buyer früh) |
+55% |
– |
|
Pipeline Coverage (Enterprise) |
4x–7x |
– |
Quelle: Ebsta × Pavilion 2025 GTM Benchmarks via Pipelinegrader, Gartner, Aleph × Benchmarkit 2026
Win Rate allein sagt nichts. Sie muss nach Segment, Deal-Größe und Sales-Cycle-Länge aufgeschlüsselt werden. Eine Gesamt-Win-Rate von 22% kann gleichzeitig bedeuten: exzellent im KMU-Segment und katastrophal im Enterprise-Segment.
Wer nur gewinnt analysiert, lernt nichts. Wer jede verlorene Opportunity mit einer strukturierten "Post-Mortem"-Frage analysiert — "Warum haben wir das wirklich verloren?" — identifiziert Muster, die sich trainieren lassen.
Deals, die seit über 60 Tagen in derselben Phase sind, sind selten echte Opportunities — sie sind Hoffnung. Konsequentes Pipeline-Hygiene ist schmerzhaft. Aber eine bereinigte Pipeline zeigt die echte Win Rate.
Wer auf einen eingehenden Lead innerhalb einer Stunde reagiert, qualifiziert ihn fast siebenmal häufiger als jemand, der 24 Stunden wartet. Das ist kein CRM-Detail — das ist ein direkter Win-Rate-Treiber.
Win Rates sinken nicht wegen schlechter Produkte. Sie sinken wegen wachsender Buying Committees, längerer Sales Cycles und fehlender Economic-Buyer-Einbindung.
Alle drei Treiber sind beeinflussbar. Economic Buyer früh einbinden. Deal-Velocity aktiv managen. Business Case gemeinsam entwickeln, nicht überreichen.
Wer diese drei Hebel gleichzeitig zieht, gewinnt mehr Deals — nicht durch ein besseres Produkt, sondern durch einen besseren Prozess.
Artikel 9 — Der Economic Buyer: So erreichst du den echten Entscheider
Artikel 10 — Business Case erstellen: So überzeugst du den CFO
Artikel 14 — MEDDIC: Das Qualifizierungsframework für komplexe Deals
Artikel 16 — Proof of Value: So beweist du deinen Mehrwert im Pilotprojekt
Dein nächster Schritt: Öffne deine aktive Pipeline und beantworte für jeden Deal über 30.000 €: Ist der Economic Buyer involviert? Seit wann steckt der Deal in der aktuellen Phase? Was ist der konkrete "Next Step" mit Datum? Diese drei Fragen zeigen dir in zehn Minuten, wo deine Win Rate verloren geht.
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